Hessischer Bildungsserver / Schulvermeidung (Absentismus)

Fehlzeitenerfassung

Fehlzeitenerfassung

Der Dokumentation der Fehlzeiten kommt eine Schlüsselrolle zu. Sie ermöglicht eine frühzeitige Intervention, durch die eine Ausbildung oder Verfestigung schulvermeidender Gewohnheiten verhindert werden kann.

Welche Fehlzeiten werden erfasst?

Für eine effektive und zeitnahe Information der zuständigen Klassenleitung ist es unerlässlich, dass alle Lehrkräfte, die einen Schüler unterrichten, Unterrichtsversäumnisse sofort in einer Weise erfassen, die allen beteiligten Lehrkräften zugänglich ist. In der Regel wird eine gewissenhafte Dokumentation im Klassenbuch ausreichen. Entscheidend ist, dass die verantwortliche Lehrkraft - in der Regel die Klassenleitung - den Überblick über die Unterrichtsversäumnisse bekommt, um kritische Fehlzeiten zu bemerken und schnell reagieren zu können.

Alle Fehlzeiten (Tage, Stunden, Verspätungen) werden erfasst. Dabei ist die Unterscheidung von entschuldigten und unentschuldigten Fehlzeiten von geringer Bedeutung, da diese Differenzierung wenig aussagekräftig ist. Aus der Praxis weiß man, dass es fragwürdige Entschuldigungen genauso gibt, wie es unentschuldigte Fehlzeiten gibt, bei denen lediglich die schriftliche Entschuldigung nicht vorlag. Zweifelhafte Fehlzeiten sind solche Zeiten, „bei denen die Lehrkraft nach Kenntnis der Sachlage es nicht befürworten kann, dass der Schüler dem Unterricht fernbleibt. Oder anders formuliert: Unzweifelhafte Fehlzeiten sind solche Zeiten, bei denen die Lehrkraft es nachvollziehen kann, dass der Schüler nicht am Unterricht teilnimmt. Entscheidend für den Zeitpunkt einer Intervention ist dabei die pädagogische Einschätzung der Lehrkraft. Anhaltspunkte für die Beurteilung liefern die folgenden Werte (pro Halbjahr):

 

1 bis 10 Tage

Kann krankheitsbedingt oder beoachtungswürdig sein. Sollten auffällige Muster (Randstunden, bestimmte Tage oder Fächer) erkannt werden, so ist eine Intervention in Betracht zu ziehen.

 

11 bis 20 Fehltage

(Randstunden oder andere auffällige Muster)

Beobachtungswürdige Fälle von Schulvermeidung

Spätester Zeitpunkt zur Intervention

 

21 bis 40 Fehltage

Schüler mit hohem Gefährdungspotential

 

über 40 Fehltage

gravierende Form von Schulvermeidung

Fehlzeiten müssen im Klassenbuch festgehalten werden. Hilfreich kann auch die Verwendung einer Excel-Datei sein, in der die Fehlzeiten erfasst werden. Diese Datei bietet der Klassenleitung einen schnelleren Überblick und erleichtert die Zusammenfassung der Fehlzeiten beim Schreiben der Zeugnisse.

 

Quelle: Schuldistanz, eine Handreichung für Schule und Jugendhilfe, Berlin, 2003

 


  [1]       G. Kopplow; Berta Kos in U&E 2/2007